Psychopharmaka

Wenn das Gleichgewicht verloren ist und sich eine ernstere seelische Störung festgesetzt hat, ist es oft unvermeidbar, eine stabilisierende psychiatrisch-medikamentöse Therapie der notwendigen folgenden Konfliktbearbeitung voranzustellen, damit der Patient überhaut wieder genügend Kraft zur Verfügung bekommt, die anstehenden belastenden und kräftezehrenden Konflikte bearbeiten und bewältigen zu können. Als Nachteil derselben könnte man jedoch ansehen, dass viele Patienten, wenn es ihnen mal deutlich besser geht aufgrund der Medikamente, sie keine Lust mehr haben, den beschwerlichen Weg einer Psychotherapie zu beschreiten.

Neben modernen wie klassischen Medikamenten werden auch pflanzliche Stoffe eingesetzt (Johanniskraut, Baldrian, Omega-3-Fettsäuren usw..Näheres bei Servan-Schreiber: „Neue Medizin der Emotionen“. VitD, Vit B12..). Zuvor muß natürlich medizinisch geklärt werden, ob eine internistische Störung oder ein Mangel wichtiger Stoffe der seelischen Störung zugrunde liegen könnte.

Die Anwendung von Anxiolytika, Sedativa, Neuroleptika, Antidepressiva, Moot Stabilizer, Hormonen.. usw. erfolgt nach den Leitlinien, die aufgrund der Erfahrungen und neuen Forschungen dauernd verbessert und weiterentwickelt werden. Trotzdem spielt die Erfahrung nach wie vor eine wichtige Rolle. Leider sind nichtnur die notwendigenDosen von Mensch zu Mensch extrem unterschiedlich, ebenso die Verträglichkeit. Dazu kommt erschwerend,dass viele Psychopharmaka in den ersten Tagen eine Irritation oder sogar eine paradoxe Wirkung zeigen, sodass die Geduld und das Durchhaltevermögen von Patient und Arzt oft auf eine harte Probe gestellt werden, vor allem wenn ein weiters Medikament ausprobiert werden muß- und bei leidenden Menschen ist oft die Haut sehr dünn und sie glauben, nicht noch eine weitere Mühe auf sich nehmen zu können. Aber sehr oft lohnt sich die Mühe, wenn sich das verrückt spielende Nervensystem wieder beruhigt, neue Kraft entsteht und in diesem Schutzraum sich die Hirnstrukturen wieder erholen können, wofür man manche Medikamente dann doch über viele Monate nehmen muß, um nicht durch einen Rückfall das erreichte wieder aufs Spiel zu setzen.